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Wir sind alle DesignerInnen!

von Nora Gailer und David Jäggi, Designathon

Fehlt dir in deinem von Abgabeterminen und Kundenwünschen geprägten Arbeitsalltag manchmal auch die Zeit, um über ein Thema genauer nachdenken zu können? Zeit, in der du ein Problem ohne Zeitknappheit genau betrachten und dich darin kreativ austoben kannst? Den Alltagstrott kurz anhalten und den Gedanken freien Lauf lassen? Probier's mal mit Design Thinking! Hier sind fünf Schritte von deinem nächsten Problem zur Lösung.

1 Problem

Was ist genau das Problem? Wo liegt der Ursprung des Problems? Gibt es eine Verkettung von Problemen? Das Problemfeld sowie die Begrifflichkeiten müssen abgesteckt und definiert werden. Alle Teammitglieder müssen vom Gleichen sprechen. Je klarer und genauer ein Problem ausgearbeitet und analysiert ist, desto exakter können weitere Schritte im Prozess in Angriff genommen werden.

2 Recherche

Ist das zu lösende Problem definiert, muss Wissen dazu generiert werden. Bestimmt den Rahmen eurer Suchgebiete, sammelt jedoch ungefiltert alle Informationen im Themenfeld. Es soll noch keine Wertung oder Fokussierung der Inhalte stattfinden. Ziel ist es, das Problem, seine Ursachen, Auswirkungen und Folgen verstehen zu können. Wir wollen grosse Zusammenhänge genauso wie Details zu einzelnen Punkten verstehen. Denn: Wissen ist Macht :-) Ein paar Recherche-Tipps gibt's hier.

3 Ideen

Nun werden Ideen zur Problemlösung generiert. Dazu helfen verschiedene Kreativitätstechniken, zum Beispiel das klassische Brainstorming. Am besten wendet ihr unterschiedliche Strategien an. Mal lasst ihr euch intuitiv leiten, mal sucht ihr nach verwandten Ideen und zwischendurch werft ihr alles über den Haufen und killt eure Darlings. Alles ist machbar. Ziel ist es, möglichst viele Ideen zusammentragen zu können. Am Ende der Ideenfindung strukturiert ihr die Ideen und fasst Ähnliches zusammen. Anschliessend macht ihr in mehreren Runden den Kreis der Ideen immer kleiner. Mögliche Auswahlkriterien können sein: Ist die Idee umsetzbar? Ist sie wirtschaftlich? Und wie attraktiv ist die Idee? Gratis-Tipp: Arbeit, die Spass macht, fällt immer leichter! Hier findest du ein paar Methoden und Werkzeuge für die Ideensammlung im Team, z.B. Graphic Recording.

4 Prototypen

Wir sind mitten im Prozess und die Ideen sollen ein erstes Mal umgesetzt und getestet werden. Ziel ist es, zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Dieser Schritt soll deshalb schnell und spontan geschehen. Prototypen können zum Beispiel in Form von Papiermodellen, Rollenspielen oder schriftlichen Szenarien erstellt werden, zudem gibt es auch digitale Helfer zum Prototyping. Zögere nicht, diese auch mehrere Male unter anderen Voraussetzungen zu wiederholen und verschiedene Methoden anzuwenden.

5 Anwendungen

Sobald die Prototypen bereit sind, werden sie «in Echt» getestet. Durch die Überführung in die Realität sollen theoretische Fragen und Annahmen überprüft werden. Die Zielgruppe kann als Testpersonen wirken und Rückmeldungen geben. Die Versuche helfen Entwürfe auszusondern und häufig kristallisiert sich dadurch eine bestechende Idee heraus.

Diese Vorgehensweise ist nur einer von vielen Wegen, um eine Designlösung zu finden. Natürlich ist nichts davon in Stein gemeisselt. Jedes Projekt fordert seine eigenen Prozesse – und das Umgehen gängiger Praktiken kann genau so eine Möglichkeit sein. Break The Rules! Am besten probierst du einfach aus. Halte kurz dein Alltagsleben an, lasse deinen Gedanken freien Lauf und löse die Probleme der Welt!

Eine spannende Möglichkeit, Designprozesse zu lernen und anzuwenden, ist der Designathon vom 16. bis 18. November im Kraftwerk! An diesem Ideation Marathon denkst du in einem interdisziplinären Team für 48 Stunden die Gegenwart und die Zukunft neu. Du lernst die Methoden und Vorgehensweisen von Designerinnen und Designern, und entwickelst eine Lösung zu einer gesellschaftlich relevanten Problemstellung. Diese präsentierst du am Sonntagnachmittag den anderen Teams und einer fachkundigen Jury. Mit etwas Glück gewinnt ihr sogar einen Förderpreis dafür.

Für den Designathon brauchst du weder einen Design-, noch einen Gestaltungs-Background. Design ist nämlich ganzheitlich zu verstehen und schliesst alle Mitglieder der Gesellschaft ein. Durch das Einbringen unterschiedlicher Blickweisen entstehen neue, überraschende und realitätsnahe Designlösungen. Mitmachen kann jede und jeder. Denn – am Ende sind wir alle Designer!

Melde dich jetzt an für den Designathon 2018 im Kraftwerk.

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